Hygienemaßnahmen: Hier lauern die größten Gefahrenherde im Hotel
Unerwünschte Besucher bereiten einem Hotel immer Probleme. Wenn diese jedoch mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, wird es besonders schlimm. Bösartige Krankheitserreger können einen Hotelbetrieb nahezu zum Stillstand bringen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, die Verbreitung zu unterbrechen. Vermeidbar sind sie nicht, denn überall dort, wo viele Menschen aufeinander treffen, existieren sie in großer Anzahl und werden umso schneller übertragen. Hotels sind hier besonders gefährdet.
Verhaltensregeln sollen Infektionen verhindern
Ihre Mitarbeiter müssen Sie nach dem Infektionsschutzgesetz einmal jährlich unterweisen, durch welche Maßnahmen die Verbreitung von Viren verhindert werden kann. Das Augenmerk richtet sich hierbei vorwiegend auf die Abteilungen, in denen Lebensmittel verarbeitet werden, weil dort besonders schnell Infektionen entstehen und Krankheitskeime verbreitet werden können. Ebenso sollen Verhaltensregeln bezüglich der Personalhygiene vermittelt werden, um zu vermeiden, dass Krankheitserreger in die Produktionskette gelangen.
Virenverbreitung durch direkten Kontakt
Doch wie verhalten sich Krankheitskeime in Ihrem Restaurant, in Ihrem Tagungsbereich oder auf Ihren Hotelzimmern? Bisher ist man davon ausgegangen, dass Viren vorwiegend durch direkte menschliche Berührungen, Kleidung und Wäsche und die so genannte Tröpfcheninfektion (Niesen oder Anhusten) übertragen werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung über Gegenstände des täglichen Gebrauchs galt als unwahrscheinlich. US-Forscher haben jedoch jetzt das Gegenteil bewiesen.
Virenverbreitung über den Telefonhörer?
Durch moderne gentechnische Methoden haben sie durch eine Untersuchung in Hotelzimmern festgestellt, dass beispielsweise Grippeviren über Telefonhörer, Türgriffe, Lichtschalter oder die TV-Fernbedienung genau so intensiv verbreitet werden können, wie über die Tröpfcheninfektion. Während der Untersuchung wurden Testpersonen, die mit Grippeviren infiziert waren, für eine Nacht in Hotelzimmern untergebracht. Alle weiteren Testpersonen, die am Folgetag das Zimmer betraten, waren nachweislich zunächst nicht infiziert.
Ansteckung auch nach der Zimmerreinigung
Zuerst reinigte ein Test-Zimmermädchen das Zimmer, danach wurde ein erneuter Testgast eingecheckt. Wie sich später herausstellte steckten sich beide mit dem Virus an. Eine Untersuchung des Zimmers ergab, dass selbst nach der Reinigung noch Krankheitskeime, unter anderem am Telefonhörer, Lichtschalter und sogar der Schreibtischoberfläche waren.
Gebühren können über die BGN verrechnet werden
Entgegen der bisherigen Ansicht, können somit Viren auch über glatte Oberflächen übertragen werden. Besteck und Stuhllehnen, der Empfangstresen, selbst der Edding in Ihrem Tagungsraum, die Liste ist endlos. Natürlich brauchen Sie nun nicht Ihr gesamtes Hotel täglich zu desinfizieren. Schließlich ist nicht jeder Virus gleich gefährlich und nicht jeder Mensch gleich anfällig. Doch durch einige gezielte Maßnahmen, können Sie zumindest die Wahrscheinlichkeit einschränken, dass sich gefährliche Viren in Ihrem Hotel ausbreiten.
Checkliste: So minimieren Sie die Ausbreitung von Krankheitserregern in Ihrem Hotel
- Informieren Sie Ihre Mitarbeiter ausführlich über die Verbreitungswege von Viren
- Benutzen Sie in allen Bereichen Ihres Hotels desinfizierende Reinigungsmittel und Desinfektionssprays
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter überall in Ihren Arbeitsbereichen desinfizierende Handwaschmittel und Einweghandtücher haben
- Lassen Sie Ihre Zimmermädchen Einweghandschuhe bei der Arbeit tragen
- Weisen Sie Ihre Mitarbeiter darauf hin, dass sie bei einer bekannten Infektion nicht arbeiten dürfen
- Desinfizieren Sie insbesondere während Grippenwellen auch Gebrauchsmaterial der Gäste ( z. B. im Tagungsraum)
Links:
Mehr Informationen in "Hotelleitung in der Praxis"



