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GEZ - Die wahren Tricks der Gebühreneintreiber
Wie stark deutsche Hoteliers durch Rundfunkgebühren belastet sind, ist hinlänglich bekannt. Ob das derzeit laufende Musterverfahren eines Hotels, dass von der IHA unterstützt wird und sich gegen die jüngste Gebührenerhöhung und die Änderung der 50%-Regelung richtet, auf Erfolg stoßen wird, bleibt abzuwarten. Gerade deshalb, soviel steht fest, wird die GEZ im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, alles daran setzten, ihre besten „Kunden“, die Hotellerie, noch einmal kräftig zur Kasse zu bitten. Und das mit allen Mitteln!
Am besten verdienen alle Beteiligten an Hotels
Sie nennen sich Kundenberater und arbeiten auf selbstständiger Basis. Ihre Aufträge erhalten sie meist nicht von der GEZ direkt, sondern von so genannten Beauftragtenbüros. Unser Informant, Herr W., hat bis Ende vergangenen Jahres seine Provisionen von einem solchen Büro in Süddeutschland bekommen hat, weiß aus erster Hand, wie groß der Erfolgsdruck ist. Denn, „wenn alle Beteiligten halbwegs gut verdienen wollen, müssen sie unwillige Gebührenzahler und Mogler aufspüren“. Notfalls auf Wegen, die man als äußerst dubios beschreiben muss. Da die Kundenberater und die Leiter der Beauftragtenbüros an Privathaushalten kaum verdienen, richtet sich der Blick natürlich mit Vorliebe auf die Hotellerie.
Kleinere Hotels im Visier
Herr W. hat sich regelmäßig über die GEZ informiert, wie viele Rundfunkgeräte Hotels aus seinem Einsatzgebiet angemeldet haben. Im vergangenen Jahr waren insbesondere die Betriebe für Ihn interessant, die mit 48 oder 49 Zimmern gemeldet waren. Denn hier vermutete er, dass man sich an der neu eingeführten 75%-Regelung vorbei schleichen wollte. Solche Hotels hat Herr W. am liebsten dann besucht, wenn der Parkplatz richtig schön voll war. „Wenn die Hotelhalle voller Gäste ist und die Mitarbeiter sehr beschäftigt sind, ist die beste Zeit, um sich einmal in Ruhe im Hotel umzusehen.“
Bis in die Personalkantine geschlichen
Ein Blick in den Hotelprospekt, ein Gang über die Etagen und durch den Tagungsbereich waren üblich. Manchmal ist er selbst bis in die Personalkantine durchgedrungen, um festzustellen, ob dort möglicherweise ein TV oder Radio steht, dass nicht angemeldet ist. Schnell konnte er erkennen, ob die von ihm gezählten Rundfunkgeräte mit den offiziell angemeldeten übereinstimmen. Und genau so schnell konnte er die Hotelleitung im späteren Gespräch überführen, wenn dies nicht so war.
Mitarbeiter werden ausgefragt
Gerne hat Herr W. auch seine Frau einmal in ein Hotel geschickt, mit dem Vorwand, sie organisiere eine Seniorenfahrt und möchte sich über das Hotel informieren. Eine ausführliche Hausführung, Prospektmaterial und die Frage nach einem Fernsehzimmer gaben gut verwertbare Auskünfte über die ungefähre Anzahl der Rundfunkgeräte. Auch vor den Mitarbeitern hat Herr W. nicht halt gemacht. Sein Ziel war dann zumeist das Restaurant oder auch mal abends die Bar. „Wenn wenig Betrieb war und man gemerkt hat, dass ein Mitarbeiter redselig war, konnte man ihn als ‚interessierten Gast’ hervorragend über die Ausstattung des Hotels ausfragen“.
Anrufe unter falschem Vorwand
Als seine „Königsdisziplin“ bezeichnet Herr W. eine Masche, bei der er besonders dreist vorging. Er rief in Hotels an und gab vor, im Rahmen einer bundesweiten Erhebung festzustellen, wie viele Rundfunkgeräte im Hotel genutzt werden. Die Ergebnisse der Erhebung sollten für eine Kampagne gegen die hohen Rundfunkgebühren genutzt werden. „Die Hoteliers haben natürlich die Karten offen auf den Tisch gelegt, weil sie ja dachten, sie könnten dadurch etwas zu einer Gebührensenkung beitragen.“
Rente durch Provisionen gut aufgebessert
Laut Herrn W. werden die Kundenberater zwar von den Beauftragtenbüros intensiv geschult, jedoch bleibt die Vorgehensweise jedem Berater selbst überlassen, sofern er sich im Rahmen der Legalität bewegt. Da die Berater keine festen Gehälter, sondern reine Erfolgsprovisionen erhalten und auch ihre Kosten für PKW, Telefon und EDV selbst tragen müssen, werden diese wohl auch in Zukunft beim Gebühreneintreiben äußerst „kreativ“ vorgehen. Herr W. hat sich aus gesundheitsbedingten Gründen zu Beginn des Jahres zur Ruhe gesetzt. Mit großem Bedauern, wie er sagt, weil er schließlich mit unseren Rundfunkgebühren seine Rente sehr gut aufbessern konnte.
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