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Für und wider Outsourcing

Haben Sie auch schon einmal daran gedacht, Ihr Housekeeping an Fremdfirmen auszulagern? Gerade dann, wenn Sie als Hotelleitung vielleicht wieder einmal frustriert auf Ihre zu hohen Personalkosten blicken, liegt dieser Gedanke sicherlich nahe. Schließlich besteht der größte Vorteil der Reinigung durch Fremdfirmen darin, dass aus fixen Personal- und Lohnnebenkosten variable Reinigungskosten werden, die mit Ihrer Zimmerauslastung schwanken. Doch Vorsicht: Allzu oft hat die Erfahrung gezeigt, dass mit den Kosten auch die Qualität gesunken ist, was letztendlich viele Hoteliers in den vergangenen Jahren dazu bewegt hat, doch wieder zu eigenem Reinigungspersonal zurückzukehren oder den Weg des Outsourcings erst gar nicht zu beschreiten.

Welche Qualität liefern Fremdfirmen?

Ihr Hotel lebt ganz entscheidend von der Qualität Ihrer Hotelzimmer. Ein Zimmer, das dem Gast den Eindruck vermittelt, dass es vor seiner Anreise noch nicht bewohnt war, weil es keinerlei Spuren des vorherigen Gastes zeigt, ist der Idealfall. Dies zu erreichen liegt grundsätzlich in Ihren Händen, weil Sie als Hotelleitung dafür sorgen, dass Ihr Housekeeping durch entsprechende Schulungen und Kontrollen diesen Standard erfüllt. Beim Outsourcing geben Sie diese Verantwortung vollkommen aus Ihren Händen. Als Hotelleitung haben Sie lediglich die Möglichkeit, Qualitätsmängel und Versäumnisse bei der Fremdreinigungsfirma zu reklamieren und auf Beseitigung zu bestehen. Ansonsten ist ein Konflikt mit den Fremdfirmen vorprogrammiert.
Vergleichen und prüfen Sie als Hotelleitung daher eingehend die Leistungen und die Geschäftspolitik verschiedener Firmen, bevor Sie einen Dienstleistungsvertrag abschließen:

  • Welche Referenzen aus der Hotellerie kann die Fremdfirma nachweisen?
  • Bieten die Firmen Pauschalpreise an oder werden Einzelleistungen gesondert berechnet?
  • Wie werden Beschwerden behandelt?
  • Nach welchem Tarif zahlt die Fremdfirma ihre Mitarbeiter?
  • Wie viel Zeit wird den Mitarbeitern pro Bleibe- und Abreisezimmer vorgegeben?
  • Wie und durch wen wurden die Mitarbeiter geschult?
  • Wurden polizeiliche Führungszeugnisse vor Einstellung der Mitarbeiter gefordert?

Referenzen aus erster Hand einholen

In jeder Branche gibt es schwarze Schafe. Leider sind in den vergangenen Jahren immer wieder Berichte über illegal beschäftige Mitarbeiter und Billiglöhne in der Gebäudereinigungsbranche bekannt geworden. Auch Referenzangaben zeigen sich immer wieder als geschönt oder veraltet. Scheuen Sie als Hotelleitung daher nicht den Anruf bei einem angegebenen Hotel, um aus erster Hand zu erfahren, wie sich die Zusammenarbeit mit den Fremdfirmen tatsächlich gestaltet.

Lassen Sie die beauftragte Firma immer eine Bescheinigung unterschreiben, aus der hervorgeht, dass das Unternehmen alle gesetzlichen Vorschriften beachtet. Insbesondere auch die Vorschriften, die für die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter zu beachten sind.

Outsourcing ist nicht immer wirtschaftlicher

Neben dem Qualitätsaspekt stellt sich natürlich die grundsätzliche Frage, ob sich das Qutsourcing wirtschaftlich tatsächlich für Ihren Betrieb lohnt. Je nach Preismodell, das Ihnen Fremdfirmen anbieten, können Sie sich die Reinigungskosten anhand Ihrer Zimmerbelegung ungefähr ausrechnen. Wenn Sie diese nun Ihren Personalkosten im Housekeeping unter Berücksichtigung der Lohnnebenkosten und Ausfallzeiten gegenüberstellen, deckt dies Ihren gesamten Aufwand im Bereich Housekeeping noch nicht ab. Denn in der Regel müssen Sie als Hotelleitung neben den Fremdfirmen doch noch mindestens eine Mitarbeiterin beschäftigen, die für den Einkauf von Reinigungsmitteln, die Wäscheverwaltung, die Zimmerkontrolle und eventuell für die Reinigung Ihrer öffentlichen Bereiche verantwortlich ist. Rechnen Sie diese Kosten zu denen der Fremdfirmen hinzu, kann es durchaus passieren, dass Sie unter dem Strich gar höhere Kosten haben als bei der Eigenreinigung.

Mehr zum Thema Outsourcing in "Hotelleitung in der Praxis".

 
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